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Hypnosetherapie

Autor Thema: Installation ideomotorischer Signale [und später: Trancetiefe]  (Gelesen 44118 mal)

Offline Susanna

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Hallo,

es gelingt mir einfach nicht, bei meiner Freundin ideomotorische Fingersignale zu installieren. In allen anderen Fällen hat es bisher geklappt. Wir haben es auch mit dem Pendel versucht. Sie hat zu Hause geübt, aber ohne Erfolg. Das Pendel bewegt sich in keine Richtung.

Wie sind Eure Erfahrungen damit?

Lieben Gruß

Susanna
« Letzte Änderung: 13. Jan 2007, 01:31 Uhr von Lutz »

Offline Tom

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #1 am: 31. Jul 2006, 07:56 Uhr »
Hallo Susanna,

ich selbst arbeite selten mit diesen "installierten" ideomotorischen Sigalen. Wenn ich mal damit rumprobiert habe, ist es mir auch selten gelungen.

Aber als Ausweichstrategie achte ich oft auf solche unbewußten Bewegungen, die von alleine entstehen. Also, nicht bewußt von mir angelegt, sondern vom Probanden automatisch gezeigt und "utilisiert" (wie Erickson sagt).

Einer meiner Freunde bewegt oft unbewußt die Finger in Trance. Ich versuche dann darauf ein zugehen, indem ich frage, ob diese für Ja/Nein stehen. Manche Menschen machen ganz kleine Kopfbewegungen - diese sind oft gute Ja/Nein Signale. Viele Menschen wiegen ja auch leicht ihren Körper und deuten damit Antworten an. Oft sind solche Bewegungen kaum zu sehen, aber fast immer vorhanden.

Gruß, Tom.

Offline Susanna

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #2 am: 31. Jul 2006, 11:57 Uhr »
Hallo Tom,

danke für Deine schnelle Antwort. Sicherlich will ich auf die kaum merklichen Signale achten. Aber ich selbst bin halt durch eigene Tranceerfahrung von den ideomotorischen Fingersignalen so angetan. Aber anscheinend gibt es Menschen, bei denen das nicht funktioniert.

Lieben Gruß

Susanna

Offline Lutz

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #3 am: 31. Jul 2006, 23:48 Uhr »
Hallo ihr,

ich bin schon mehrfach auf Leute gestoßen, bei denen gerade Fingersignale einfach nicht funktionieren. Ich selbst bin auch so ein Typ, bei dem sich diesbezüglich nichts rührt, obwohl ich sonst schon sehr suggestibel und durchaus kooperativ bin. Aber mit meinen Fingern passiert da nix.

Bessere Erfahrungen habe ich mit dem Pendeln gemacht. Obgleich ich es auch schon erlebte, dass auch da keine Reaktion kommt, ist das eher seltener (bei mir klappt Pendeln wiederum gut).

Ich würde versuchen, einfach andere Dinge auszuprobieren so wie das, was Tom schon angesprochen hat. Weitere Möglichkeiten wären die auch schon hier im Forum besprochene "Münztechnik" oder die "Waage": man lässt den Klienten spontan sagen, welcher Arm für "ja" und welcher für "nein" stehen soll (ein Eichen wie bei anderen Techniken ist hier nicht nötig, weil es sich nicht in dem Sinne um ideomotorische Bewegungen handelt).
Dann bittet man den Klienten, die Augen zu schließen und die Arme weit horizontal nach links und rechts auszustrecken (wie eine große Waage). Man stellt nun die Frage und wartet darauf, welche Seite "mehr Gewicht hat" und sich leicht nach unten neigt (also 'schwerer wiegt') und erhält so eine Antwort. Dauert zwar länger als die ideomotorischen Bewegungen, hat dafür aber die Chance zu funktionieren, auch wenn es mit der Ideomotorik nicht klappen sollte.

Es kann aber noch einen anderen Grund haben, dass die Signale bei ihr nicht funktionieren: wenn ihr das nicht mal "einfach so" probiert habt, sondern mit dem Hintergedanken, etwas Bestimmtes zu bearbeiten, kann es sein, dass das UB "den Braten riecht" und sich prinzipiell sperrt, weil es so ohne weiteres eine Bearbeitung (noch) nicht zulassen will.

Lieben Gruß
Lutz

Offline Susanna

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #4 am: 01. Aug 2006, 06:21 Uhr »
Hallo Lutz,

es war so, ich wollte die ideomotorischen Fingersignale installieren, um etwas Bestimmtes zu bearbeiten. Aber der Tipp mit der Waage hat mir sehr geholfen. Vielen Dank!

Lieben Gruß

Susanna


Miraculus

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #5 am: 01. Aug 2006, 15:48 Uhr »

Zitat Lutz:
Zitat
Es kann aber noch einen anderen Grund haben, dass die Signale bei ihr nicht funktionieren: wenn ihr das nicht mal "einfach so" probiert habt, sondern mit dem Hintergedanken, etwas Bestimmtes zu bearbeiten, kann es sein, dass das UB "den Braten riecht" und sich prinzipiell sperrt, weil es so ohne weiteres eine Bearbeitung (noch) nicht zulassen will.

 ;D

LG Miraculus

Offline MindCore

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #6 am: 01. Aug 2006, 17:28 Uhr »
Moinsen,
Zitat
Dann bittet man den Klienten, die Augen zu schließen und die Arme weit horizontal nach links und rechts auszustrecken (wie eine große Waage).
Und was ist wen die Person die Arme nicht mehr ausgestreckt halten kann?  (Müdigkeit, Muskelkater, Anstrengungsunwilligkeit ) ;D

Da stell sich mal einer vor, wie Eddie nach dem Fussballtraining die Arme horizontal nach links und rechts austrecken soll!?
Die Arme werden schwerer und immer schwerer!  :o0o:

Ich kann mir vorstellen das diese Technik mit der Zeit sehr anstrengend für den Klienten sein kann, oder?  :hmmm:

Gruß Eddie

Offline Lutz

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #7 am: 01. Aug 2006, 17:56 Uhr »
Hallo Eddie,

Zitat
Ich kann mir vorstellen das diese Technik mit der Zeit sehr anstrengend für den Klienten sein kann, oder?   :hmmm:

Das ist natürlich ein deutlicher Nachteil dieser Technik.
Während man mit dem Pendel auch mal 10 oder 15 Fragen in Folge angehen kann, geht das mit so einer Geschichte nicht, das wäre in der Tat zu anstrengend. Man sollte sich also dabei auf wenige "grundsätzliche" Fragen beschränken.  :)

Zitat
Ich kann mir vorstellen das diese Technik mit der Zeit sehr anstrengend für den Klienten sein kann, oder?   :hmmm:

Das ist natürlich ein deutlicher Vorteil dieser Technik.
Durch die natürliche Ermüdung werden die Arme früher oder später ohnehin sinken, die Frage ist eben nur, welcher schneller sinkt.  ;D

Solches Vorgehen ist übrigens auch gut geeignet, sich selbst zu befragen. Bei mir ist es so, dass bereits unmittelbar nach der Fragestellung schon sehr deutlich zu spüren ist, welcher Arm sich schwerer anfühlt, da braucht man dann gar nicht abwarten, bis der tatsächlich sinkt. So kriegt man dann auch damit mehrere Fragen hin.  :)

Lieben Gruß
Lutz

Offline Susanne

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #8 am: 02. Aug 2006, 08:35 Uhr »
Die Waage verwende ich meistens nur, wenn es Ambivalenzen abzuwägen gibt. Also wenn Klient zwei Handlungs oder Entscheidungsalternativen hat und nicht weiß was er tun will/soll.

Und so ein Schwer-Werden der Arme kann eine prima Vertiefung der Hypnose darstellen "Und während der linke Arm dir durch seine Schwere anzeigt, welche Möglichkeit dein Unbewußtes gewählt hat, kann dieser Arm langsam oder schnell in den Schoß herabsinken, und je weiter er sinkt umso entspannter wirst du werden und in eine gute Arbeitstrance gleiten... " Dann die gleiche Suggestion mit dem anderen Arm der nun rein zurVertiefung eingesetzt wird... und schwuppdich haben wir eine gute Arbeitstrance um am Thema weiterzuarbeiten.
"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen."
(Goethe)

Niko

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #9 am: 21. Aug 2006, 20:52 Uhr »
Lutz ist das lebendige Beispiel daß das Installieren der Ideomotorischen Signale nicht immer und gleich funktionieren müssen. Obwohl es auch bei Dir Lutz funktioniert. Ich kann mich an dem vorletzen Treffen erinnern als Du selbst in Trance gegangen bist und sich Dein Arm dabei von selbst erhob. ;)
Ich selbst glaube das es immer funktioniert, nur eben nicht immer so wie es vorgegeben wird, oder genauer gesagt wie es vom UB verlangt wird. Auch ganz wesentlich spielt dabei die vorgehensweise eine Rolle.Was bei dem einem zu Erfolg führt, muß wiederum bei einem anderem gar nicht funktionieren. Das heißt aber nicht das es bei dem jenigen grundsätzlich nicht funktioniert.


LG
Niko

Offline Falk

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Re:
« Antwort #10 am: 05. Dez 2006, 10:27 Uhr »
Installation ideomotorischer Signale, meine Erfahrung:

In dem Falle meiner Frau konnte ich in mittlerer und tiefer Trance, die ich mit guter Absicht herbeigeführt hatte, keine stabile und eindeutige Antworten erhalten.

Ganz anders in ganz leichter Trance: Im Sitzen Hände auf die Oberschenkel legen lassen , ganz kurze Entspannungs-Suggestion geben und die Antworten waren eindeutig und stabil!   

*freu*

Gruß
Falk

Offline MindCore

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #11 am: 05. Dez 2006, 17:58 Uhr »
Moinsen,
herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Ideomotorischen- Berfragung, und, herzlichen Glückwunsch zum ersten posting.  ;D

Gruß Eddie

Offline Lutz

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #12 am: 05. Dez 2006, 19:18 Uhr »
Hallo Falk,

grüß dich hier!  :)
Und, wie Eddie schon schrieb, klasse, dass es gut funktioniert hat!

Bei den "typischen" ideomotorischen Befragungstechniken (Fingerbewegungen, Pendel, Münztechnik) ist es in der Tat besser, diese im (fast) Wachzustand anzuwenden; "fast" deswegen, weil sich durch die bloße Konzentration auf die Geschehnisse ohnehin eine kleine Trance einstellen wird - auch ohne jegliche Einleitung oder Entspannungssuggestion.

In einem mittleren oder gar tiefen Trancezustand nimmt oft die Bereitschaft ab, solche kleinsten motorischen Bewegungen gezielt vorzunehmen. Für tiefere Trancezustände bieten sich "behäbige" Techniken wie z.B. das unbewusste langsame Heben eines Armes (Levitation) an.

Und deine Beobachtungen haben das ja bestätigt.  :)

Lieben Gruß
Lutz

Miraculus

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #13 am: 06. Dez 2006, 16:09 Uhr »
Hallo zusammen,


Zitat Lutz:
Zitat
In einem mittleren oder gar tiefen Trancezustand nimmt oft die Bereitschaft ab, solche kleinsten motorischen Bewegungen gezielt vorzunehmen.

Ich frage mich nur: Warum?
lethargie?

LG Miraculus


Offline Lutz

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Re: Installation ideomotorischer Signale
« Antwort #14 am: 07. Dez 2006, 02:22 Uhr »
Hallo Miraculus,

Zitat
Ich frage mich nur: Warum?

das kann dir wohl nur derjenige beantworten, der die Menschen und die Trance erfunden hat. Uns bleibt lediglich, feststellend zu beobachten: je tiefer die Trance, desto "bewegungsfauler" werden die Menschen tendenziell. Zwar kann man z.B. mit Suggestionen auch bei jemandem in tieferen Trancestadien grobmotorische Bewegungen provozieren, wie es ja regelmäßig auch bei der Showhypnose zu sehen ist, aber die Feinmotorik und gezielte ideomotorische Bewegungen bleiben auf der Strecke:

Da tanzt zunächst jemand wild rum, wird er aber anschließend - noch in Trance - befragt, steht er ganz still. Die für den Wachzustand typischen kleinsten Körperbewegungen (Körperdrehungen, Hin- u. Herwippen, Fingerbewegungen, Gestikulieren pp.) werden in einer Trance weitgehend unterdrückt. Und diejenigen Probanden, die gerade nicht "aktiv" sind, sitzen oder liegen währenddessen ohnehin gänzlich bewegungslos am Bühnenrand.  :)

Lieben Gruß
Lutz

 

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