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Autor Thema: Selbsthypnose für Anfänger  (Gelesen 30624 mal)

Offline Lutz

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Selbsthypnose für Anfänger
« am: 22. Apr 2006, 01:15 Uhr »
Hallo zusammen,

auf die Frage eines unserer Mitglieder hin möchte ich mal versuchen, ein paar grundsätzliche Dinge zur Selbsthypnose zu erörtern und ein paar Anregungen loswerden, wie denn so eine Selbsthypnose (SH) vor sich gehen kann. Dieser Beitrag wird dabei natürlich ein Buch zum Thema nicht ersetzen können, er will nur etwas „Appetit“ machen, um sich vielleicht zukünftig näher damit zu befassen. Wer also tiefer in Theorie und Praxis einsteigen möchte, sei auf eines der inzwischen zahlreichen Bücher zum Thema verwiesen.

Wer ganz neu in die Materie einsteigt, liest sich vorher vielleicht die allgemeinen Anmerkungen zur SH durch, die sich unter unseren Hypnose-FAQs finden: http://www.hypnose-service.de/forum/index.php?page=Hypnose-FAQs


Was geschieht während einer Selbsthypnose?

Mit im Wesentlichen einer Ausnahme, auf die ich unten noch eingehen werde, geschieht während einer SH dasselbe, was auch während einer Fremdhypnose eintritt:

Auf körperlicher Ebene kommt es zu einer Beruhigung: Puls- und Atemfrequenzen sinken, die Muskeln werden entspannter, eine Brustatmung verschiebt sich in Richtung Bauchatmung und sogar die Zusammensetzung des Blutes ändert sich. Solche und weitere Änderungen fasst man auch unter dem Begriff "Umschaltung" zusammen.

Manchmal ist das sogar hörbar: durch die Entspannung des Bauchraumes beginnen mitunter der Magen und die Därme zu "gluckern". Dieses objektive Zeichen kann übrigens auch für "Zweifler" hilfreich sein, die daran feststellen können, dass als Folge ihrer Bemühungen definitiv etwas passiert.

Und auch auf geistiger Ebene setzen Veränderungen ein, die inzwischen auch messtechnisch belegt werden können. So zeichnen sich im Gehirn Verschiebungen ab, indem bestimmte Bereiche weniger aktiv werden und andere wieder durch gesteigerte Aktivität nach vorn treten. Man spricht hier auch von einer größeren "rechtshemisphärischen Aktivität" und meint damit, dass tendenziell mehr die rechte Gehirnhälfte (= "Hemisphäre")  zum Einsatz kommt, die meist für ein ganzheitliches, allumfassendes Denken und Fühlen zuständig ist, während die linke Gehirnhälfte mehr für Logik und konzentrierte Analyse steht.

Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage: "Wenn denn angeblich so viel passiert – woran merke ich das denn?"

Diese Frage ist besonders für Anfänger von zentraler Bedeutung, die naturgemäß Mühe haben zu erkennen, dass sich da tatsächlich ein besonderer Zustand (die Trance) einstellt. Und manchmal macht sich auch Ernüchterung breit, weil man ja noch "klar denken" kann und alles um sich herum mitkriegt (das gilt übrigens auch für eine Fremdhypnose).

Eine Trance bemerkt man nicht daran, dass es plötzlich "Klick" macht und dann ist die Trance da. Eine Trance stellt sich nach und nach ein, immer ein bisschen mehr. Man kann dies sehr genau feststellen und für sich selbst "objektive" Anzeichen für einen Tranceeintritt feststellen. Allerdings sind diese Anzeichen für jeden unterschiedlich, so dass man bemüht sein sollte herauszubekommen, was denn für einen selbst jeweils so ein vielleicht kleines, aber durchaus deutliches und verlässliches Anzeichen einer Trance ist.

Hier ein paar Beispiele dafür, wie sich eine Trance zeigen kann:

- es beginnt irgendwo im Körper zu kribbeln, vielleicht in den Händen;
- der Körper oder Teile davon werden in den Abmessungen verändert wahrgenommen (z.B. besonders lange Beine, kurze Finger usw.);
- es tritt eine ungewöhnliche Konzentration auf bestimmte Körperteile ein wie z.B. ein intensives Gefühl, wie die Lippen sich berühren;
- Geräusche werden "anders", vielleicht lauter oder leiser wahrgenommen;
- man meint, die sich bewegende umgebende Luft im Raum zu spüren;
- man meint, durch die geschlossenen Augenlider durchgucken zu können;
- bestimmte Bilder tauchen vor dem geistigen Auge auf;
- 1000 weitere Möglichkeiten.

Solche Anzeichen können seltsam und komisch sein, ich behaupte dennoch, dass jeder solche für ihn typischen Anzeichen ausmachen und daran sicher den veränderten Trancezustand wahrnehmen können wird!

Nun stellt sich die Frage: "Warum sollte man das alles tun? Wofür soll das gut sein?"

Die erste Antwort ist ganz einfach – weil es schön ist. :)
Eine Trance wird allgemein als total angenehm empfunden, man fühlt sich rundum wohl. Zusätzlich sammelt man darin Kräfte, um danach energiegeladen weitermachen zu können. Wer ein wenig müde ist, kann sich damit vorübergehend wieder fit und leistungsfähig machen.

Und so eine Trance kommt auch einem natürlichen Körperbedürfnis entgegen, das in unserem Kulturkreis aber noch wenig bekannt ist. Forschungen haben nämlich ergeben, dass unsere Befindlichkeit und Leistungsfähigkeit ohnehin einem (etwa) 90-Minuten-Rhythmus unterworfen sind. Nach dieser Zeitspanne sollten wir uns idealer Weise eine kurze Pause gönnen, um wieder Kräfte zu schöpfen. So etwas wird in unserem Tagesablauf aber in der Regel nicht berücksichtigt werden (können), so dass dann wenigstens so eine Selbsthypnose etwa am frühen Abend in diesem Sinne hilfreich sein kann.

Darüber hinaus gibt es aber auch noch die Möglichkeit einer


Veränderungsarbeit mit Selbsthypnose

Über den zuvor angesprochenen "reinen Entspannungszustand" hinaus gibt es die Möglichkeit, SH einzusetzen, um für sich im Leben Dinge zu ändern und positiv zu beeinflussen. Das Schwierige daran ist keineswegs die Durchführung an sich, sondern vielmehr die Gewissheit über die Frage: "Wäre eine Änderung für mich wirklich in Ordnung und damit durchführbar?"

Wer nun meint: "Das ist ja einfach! Natürlich wäre es für mich in Ordnung, nicht mehr zu rauchen!", soll sich das bitte nicht so einfach machen, denn die Antwort auf diese Frage weiß nur - das Unterbewusstsein (UB)! Dieser Teil in uns, unser "Innerstes", ist nämlich Motor unserer Entscheidungen und alleiniger Herr darüber, was wir wirklich wollen. Und wir werden nichts zustande bringen, wenn unser UB damit nicht einverstanden ist.

Wer das nicht glaubt, kann ja mal die Gegenfrage stellen: Warum raucht der Raucher? Will er unbedingt Geld loswerden, Kleidung und Wohnung verschmutzen und sich gesundheitlich gefährden? Wohl kaum. Dennoch muss es einen seeeehr "guten" Grund geben, all diese scheinbar nutzlosen Dinge zu tun – das UB des Rauchers wird den wissen. Will er irgendwie "dazugehören", "cool sein", mit anderen Rauchern eine Gemeinsamkeit haben, ein sichtbares Zeichen des Erwachsenseins demonstrieren, sich seiner ebenfalls rauchenden Mutter nahe fühlen, seinen Händen etwas zu tun geben, sich unbewusst mit der Zigarette an den Lippen an den Nippel der Mutterbrust erinnern? Irgendwas wird es sein, garantiert!

Oder nehmen wir das Thema "Erröten". Dies lässt mich an meine Grundschulzeit zurückdenken. Da gab es den fragwürdigen Brauch, am Tage seines Geburtstages vor der gesamten Klasse auf einen Stuhl steigen zu müssen, sich dort von allen im Chor gratulieren zu lassen, um dann öffentlich erzählen zu müssen, was man denn geschenkt bekommen hatte. Wohl dem, der da von Uhren und Fahrrädern berichten konnte, aber mancher sprach auch kleinlaut von einer Tafel Schokolade – Ende der Durchsage. Kinder können in ihren Reaktionen grausam sein.

Jemand, der schon in jungen Jahren in Gegenwart anderer sich so bloßgestellt fühlte, wird vielleicht auch noch viele Jahre später als Erwachsener in unbewusster(!) Erinnerung an so ein Erlebnis in Gesellschaft Anderer erröten. Das wäre dann der für ihn "gute" Grund, so zu reagieren. Denn auch das Erröten hat – wie jedes andere (unerwünschte) Verhalten auch, so einen "guten" Grund.

Deshalb halte ich es für immens wichtig, diesen Punkt zu berücksichtigen und in seine auf Veränderung gerichtete Selbsthypnose in Form einer "Strategie" einfließen zu lassen. Viele machen es sich einfacher und reduzieren ihre Suggestionen (= bei der SH: an sich selbst gerichtete Verhaltensanweisungen) auf: "Du wirst ab jetzt nicht mehr rauchen/erröten! Du wirst dich daran erfreuen, wie toll es ist, nicht mehr zu rauchen/erröten usw.!" So was kann dennoch funktionieren, hat aber m.E. viel weniger Erfolgschancen.

Ich möchte daher eine andere Herangehensweise für solche Änderungsabsichten empfehlen. Im Falle des Rauchens etwa halte ich es für sinnvoller, den dahinter vermuteten guten Grund mit einzubeziehen – ohne, dass man ihn dabei kennen müsste, in etwa so:

"Du hast bisher geraucht. Und du hast dafür einen guten Grund gehabt. Gut hast du das gemacht! Aber wäre es nicht vielleicht an der Zeit, diesem guten Grund mal auf andere, noch bessere Weise genüge zu tun? Vielleicht, indem du zukünftig andere Interessen herausbildest, neue Verhaltensweisen entwickelst, die dir in viel gesünderer Form das bieten, was du mit dem Rauchen erreichen wolltest? Ich weiß auch noch nicht, wie das genau aussehen kann, aber vielleicht bist du ja neugierig genug, dir mal etwas auszudenken und dies auszuprobieren. Wir werden immer älter, schlauer und lernen jeden Tag dazu. Da wäre es doch nicht ungewöhnlich, mal langsam einen viel schlaueren Weg zu entwickeln, um sich dennoch und vielleicht noch mehr als bisher wohl zu fühlen..."

Wem solche Worte zu doof oder zu albern sind, soll sich natürlich seine eigenen Formulierungen wählen, die aber im Prinzip schon in so eine Richtung gehen sollten.

Die genannte Schwierigkeit besteht also darin, das erwünschte Verhalten, das sich zukünftig ändern soll, daraufhin abzuklopfen, wie "in etwa" es denn motiviert sein könnte, um dann einen zukünftigen neuen, besseren Umgang mit der Thematik anzustreben. So wird auch das Erröten seinen (Hinter-) Grund haben, auf den man vielleicht so eingehen könnte:

"In Gegenwart anderer erröte ich also. Das wird bestimmt einen guten Grund haben. Auch, wenn ich den nicht bewusst kenne, finde ich es erstaunlich, wie zuverlässig das bisher funktioniert hat. Das finde ich einerseits doof, aber andererseits – verlassen konnte ich mich bisher darauf. Und nun bin ich älter geworden und lerne mit jedem Tag neu dazu. Und nun möchte ich neu dazulernen, wie ich den Grund des Errötens auf andere, noch bessere Weise berücksichtigen kann. Ich weiß nicht, was stattdessen passieren kann und ob überhaupt stattdessen etwas passieren wird, aber ich bin gespannt darauf, wie es sein wird. Denn ich kann mich auch darauf verlassen, dass mein Unterbewusstsein die Fähigkeit hat, Neues zu entwickeln und noch besser und effektiver für mich da zu sein."

Das Prinzip hinter so einer Vorgehensweise ist also:

- Anerkennung und Würdigung des bisherigen Verhaltens;
- Motivation dahingehend, ein neues, noch besseres Verhalten auszuprobieren;
- die genaue Ausprägung dieses neuen Verhaltens dem UB überlassen.

Hat man für sich und die erwünschte Änderung so eine Strategie entwickelt, braucht man sich die nur in Trance mit Worten nahe zu bringen, um dann gespannt abzuwarten, was passieren wird – so einfach ist es. Der Grund für diese Einfachheit besteht darin, dass unser Gehirn in Trance anders funktioniert (s.o.) – wir denken und fühlen ganzheitlicher, sind Neuem aufgeschlossener, können in Trance leichter lernen, sind phantasievoller und kreativer und durchbrechen die einschränkenden Grenzen unseres bewussten Denkens des Wachzustandes. So, wie wir im nächtlichen Traum mit all unseren Sinnen die tollsten und merkwürdigsten Sachen erleben, so ist auch der Trancezustand geeignet, neue Dinge "vorausschauend" zu erleben oder zu konstruieren – das macht ihn so nützlich für eine Veränderungsarbeit. :)


Wie erreicht man ganz praktisch eine Trance?

An dieser Stelle könnten nun umfangreiche "Selbsthypnoseanleitungen" folgen. Wer diese hier erwartet, den werde ich enttäuschen. Wer so was sucht, wird es im Internet oder in Büchern finden. Ich halte dies aber für völlig unnötig, denn mein Ansatz ist ein ganz anderer. Ich werde einen Trick vorschlagen, mit dem jeder problemlos in Trance gehen kann.

Dazu möchte ich aber ein paar Dinge vorab klären. Die ersten Fragen, die sich jemand angesichts einer geplanten Selbsthypnose wahrscheinlich stellen wird, lauten sinngemäß: "Wird es bei mir klappen? Kann auch ich mich in Trance versetzen?"

Wer bei seinen ersten Ver-suchen eine Antwort auf diese Frage sucht, wird ggf. verkrampfen und sich damit bei so viel Skepsis selbst im Weg stehen, deswegen gebe ich die Antwort auf diese Fragen vorab schon mal hier: Ja, du kannst dich selbst in Trance versetzen! Woher ich das weiß? Weil die Fähigkeit dazu bei jedem (halbwegs psychisch gesunden) Menschen von Natur aus "eingebaut" ist. Bei jedem.

Ein Trancezustand ist ein ganz normaler, alltäglicher Teil menschlichen Erlebens und Verhaltens. Jeder Mensch kann in Wut sein, in Trauer, in Ekstase, in Aufregung, in Entspannung, in Langeweile und eben auch in Trance, das geht gar nicht anders. Und wenn du diesen ellenlangen Beitrag bis hierher gelesen hast, wird sich so eine Trance schon ein ganz klein wenig bei dir eingestellt haben. Hast du nicht gemerkt? Macht nichts, du hast wahrscheinlich schon eine Unzahl von Trancen nicht bemerkt – ein sicheres Zeichen dafür, wie "normal" Trancen für jeden von uns sind. :)

Wenn du mal eine richtige Selbsthypnose durchführst, wirst du also nicht das erste Mal in Trance sein, sondern du wirst nur das erste Mal merken, dass du in Trance bist. Dazu kommt jetzt der angedrohte Trick:

Um in Trance zu gelangen, suche dir ein ruhiges Plätzchen (im Stehen, Sitzen oder Liegen), schließe die Augen (das ist nicht wirklich wichtig, hilft für den Anfang aber, sich auf sich selbst zu besinnen) und sage zu deinem Unterbewusstsein: Führe mich jetzt bitte in Trance, ich bin bereit dafür! Und dann achtest du einfach mal darauf, welche (kleinsten) Veränderungen eintreten werden...

Beginnt es irgendwo zu kribbeln? Zuckt da was? Musst du plötzlich schlucken? Zittern die Augenlider ein wenig? Oder passiert etwas von dem, was ich am Anfang als mögliche Begleiterscheinungen geschildert habe? Oder ganz was anderes?

Der Trick ist also: Gib den Job, dich in Trance zu führen, an dein Unterbewusstsein weiter, es wird deiner Bitte nachkommen, denn es kennt Trancen in- und auswändig und weiß viel besser als wir beide zusammen, wie so was speziell bei dir am besten funktioniert! Und beschränke du dich darauf, auf die Veränderungen zu achten. Vielleicht dauert es bei dir ein paar Minuten, warte einfach ab! Früher oder später wirst du Veränderungen feststellen!

Und wundere dich nicht, wenn du bei all dem klar denken kannst, das ist normal. Denke und staune! Typische Gedankengänge könnten sein: "Heh, was war das? Wieso zuckt der Finger plötzlich? Und wieso fühle ich auf einmal den Sitz unter mir so deutlich? Is ja’n Ding! Und was soll plötzlich dieser trockene Mund? Is auch egal, jedenfalls tickt die Uhr da hinten ganz schön laut. Mensch, was geht denn hier ab?"

Trance ist nichts Hochheiliges, mit dem man respektvoll umgehen müsste. Über Trance kann man sich amüsieren und wundern, das ist völlig o.k. Und irgendwann wirst du über all dem zu dem Ergebnis kommen, dass es nun irgendwie alles "anders" ist. Das nennt man dann "Trance". :)

Vielleicht magst du zwischendurch mal die Augen öffnen und darauf achten, wie du in diesem Moment siehst: bei mir ist es während einer Trance so, dass im ersten Moment alles "überbelichtet" scheint und die Farben so komisch aussehen, vielleicht stellt sich das bei dir aber auch ganz anders dar. In Trance kann man jedenfalls auch mit geöffneten Augen sein.

Wenn du dann irgendwann genug von diesem mehr oder weniger anderen Zustand hast, dann sage dir bitte im Geiste, dass du diesen Zustand nun beenden möchtest und wieder "ganz normal" drauf sein möchtest. Gib dir einen Moment Zeit, manche zählen auch langsam von eins bis drei, begleitet von der Suggestion: "Wenn ich bis drei gezählt habe, werde ich wieder ganz im Hier und Jetzt sein." So was ist wichtig – auch dann, wenn man meint, es hätte sich doch diesmal gar nichts geändert. Bitte immer eine entsprechende Suggestion zur Beendigung dieses Zustands geben, sonst kann man ggf. danach Wundersames erleben!

Es ist übrigens egal, ob du "du" zu dir sagst (wie in dem Raucher-Beispiel) oder "ich" (wie in dem Erröten-Beispiel). Die meisten Menschen bleiben übrigens ca. 20 bis 30 Minuten in so einer Trance, es sind aber natürlich auch kürzere oder längere Trancen möglich.

Wenn du "nur" diesen angenehmen Zustand mit den oben geschilderten positiven Folgen für dich erleben möchtest, würdest du dich also von deinem UB in Trance führen lassen, um dann irgendwann dir die Suggestionen zur Beendigung zu geben.

Möchtest du eine Veränderungsarbeit durchführen, würdest du dann, wenn du gefühlsmäßig meinst, nun wäre ein guter Zeitpunkt erreicht, mit den an dich (dein UB) gerichteten Worten beginnen, um irgendwann danach die Beendigung der Trance herbeizuführen. Falls du auf lange Sicht mehrere Dinge für dich verändern möchtest, bitte eins nach dem anderen angehen! Gib dir und deinem UB Zeit, etwas Neues einzuführen; nicht während einer Trance eine ganze Liste abarbeiten! :)

Es gäbe gerade im Zusammenhang mit erwünschten Veränderungen noch vieles über mögliche speziellere Techniken zu sagen, das würde aber den Rahmen dieses Beitrags endgültig sprengen. Deshalb schließe ich hier mit dem oben erwähnten Unterschied zur Fremdhypnose:

Der besteht hinsichtlich dessen, was dort passiert, im Prinzip nur darin, dass wir uns ja während einer SH selbst Suggestionen geben und uns "überwachen" und wieder zurückorientieren müssen. In SH kann man sich also nicht in dem Maße fallen lassen und komplett abschalten, wie es in einer Fremdhypnose möglich wäre. Aber abgesehen davon, gibt es hinsichtlich des eigentlichen Hypnosevorgangs keinen Unterschied, Trance ist Trance.

Dennoch ist in einem therapeutischen Zusammenhang eine Fremdhypnose der Selbsthypnose immer überlegen – nicht wegen der Hypnose an sich, sondern weil eine außenstehende Person neue Gedanken und Impulse an uns herantragen kann, wie es uns selbst eben nicht möglich wäre.

Lieben Gruß
Lutz
« Letzte Änderung: 07. Aug 2012, 09:29 Uhr von Lutz »

Barbara

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #1 am: 22. Apr 2006, 10:51 Uhr »
Hallo Lutz,

vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Das könnte der Anfang eines wirklich guten Buches sein. ;)

Als ich mich zum ersten Mal mit dem Thema Selbsthypnose (SH) beschäftigt hatte, dachte ich auch, das schaffst du nie. Vieles wurde einfach zu kompliziert dargestellt, dabei ist es wirklich sehr, sehr einfach.

Und es ist wie du sagst, ich hatte bei mir festgestellt, dass meine Unterlippe, sobald ich in Trance ging, anfing zu kribbeln. Dieses Gefühl hatte ich dann als Trigger benutzt und schwups war ich in Trance.

Trance ist nicht nur einfach entspannend, Trance ist geil!

:)

Lieben Gruß
Barbara


Offline Mondkind

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #2 am: 24. Apr 2006, 15:56 Uhr »
hi lutz
dann sag ich hier auch noch mal danke. ich werde es versuchen und berichten.

gruß mondkind

Offline Aristocats

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #3 am: 27. Apr 2006, 14:57 Uhr »
Hi Lutz,

also, ich bin begeistert von Deinem schriftstellerischen Talent!! Danke für diese Einführung!!!  :>appl<:

Außerdem bin ich erstaunt, wie oft ich mich da wiederfinden konnte - also wohl vorsichtshalber schon mal in Trance war - mein ganzes Chaos kostet ja so viel Kraft, jetzt weiß ich, wie ich das immer schaffen konnte...aber dass ich mich danach richtig gut gefühlt hätte, kann ich nicht sagen. Mir fällt nur auf, dass ich teilweise diese Eindrücke (lauter Wecker,...) bei meinem Therapeuten in der Körpertherapie habe.

Sag mal, was passiert denn, wenn ich keine "Ausleitung" aus der Trance mache?? Was sind die ggf. Überraschungen von denen Du gesprochen hast?? Ich merke jetzt, wie ich mich ständig verschreibe, was ich sonst nicht habe, wenn ich total im Fühlen schreibe, das ist, als ob dann jemand anders schreibt und ich nur durch den Bildschirm sehe...außerdem ist mir oft so furchtbar schwindelig, dass es mich fast aus den Socken haut - wobei das aber noch nie passiert ist.

Warum fällt man am Tag oder auch nachts so oft in Trance?? Ist das "nur" der Kraft wegen, oder hat das auch Schutzfunktion? Klingt für mich etwas wie eine Dissoziation...hat das Ähnlichkeit?? Mir fällt es schwer, da einen Unterschied zu erkennen....

Ich vermute nur, dass ich mit absichtlicher SH Probleme hätte, weil ich total ungeduldig und unsicher wäre, was ich dann damit anfangen soll, weil ich nicht weiß, was gut für mich ist, und was nicht, was ich an meinem Leben verändern könnte. Ich habe so viel Helferphantasie und Abhängigkeitsgefühle und unglaublich wenig Selbstvertrauen. Es sind Wünsche die ich habe, so "Ich möchte so gerne mein Fohlen wieder haben", oder "ich wäre so gerne eine gute Mutter" - wobei ich nicht weiß, was das ist und wie, ich weiß nur, so ist es schlecht...

Kann ich mit SH nicht auch Schaden anrichten?? Oder passt das UB da auf?

Bitte schreib doch noch etwas über die Momente, wie es sich anfühlt, wenn man in Hypnose geht... was sind weitere 1000 Gründe?

Lieben Gruß
Anja

Offline Lutz

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #4 am: 27. Apr 2006, 20:51 Uhr »
Hallo Anja,

Zitat
Sag mal, was passiert denn, wenn ich keine "Ausleitung" aus der Trance mache?? Was sind die ggf. Überraschungen von denen Du gesprochen hast??

Dann kann es passieren, dass bestimmte "Teile" von dir (noch) nicht wieder richtig funktionieren. Das ist nicht unbedingt besorgniserregend, oft eher "komisch", aber meist eben nicht so gewollt. Was mir schon nach unzureichender Ausleitung passiert ist:

- ich sitz vor dem PC, habe ein Fax bekommen (auf dem PC) und weiß beim besten Willen nicht mehr, wie man das Fax-Programm aufruft;

- das Telefon klingelt, ich will mich melden, krieg aber nur Kauderwelsch raus;

- ich will eine Mail schreiben, aber ein Buchstabe ist nicht mehr da. Der fehlt auf der Tatstatur einfach! Obwohl ich sehr genau gesucht habe.

- ...

Zitat
Warum fällt man am Tag oder auch nachts so oft in Trance?? Ist das "nur" der Kraft wegen, oder hat das auch Schutzfunktion? Klingt für mich etwas wie eine Dissoziation...hat das Ähnlichkeit?? Mir fällt es schwer, da einen Unterschied zu erkennen....

"Dissoziation" ist ein, um nicht zu sagen "das" typische Merkmal einer Trance (nicht nur bei Selbsthypnose). Man ist in Trance von der Realität dissoziiert oder von bestimmten Wahrnehmungen oder von der aktuellen Zeit oder vom Ort oder von Körperteilen oder oder...

Um das "Normale" an Trance und Dissoziation (oder Absorbiertheit, wie es auch manchmal heißt) zu verstehen, muss ich ein bisschen mehr ausholen. Denn Dissoziation ist ein Phänomen, das uns ganz alltäglich und immer begleitet. Eine Dissoziation ("Abspaltung") ist für uns nämlich lebensnotwendig:

In jeder Sekunde strömen viele Millionen Reize auf uns ein. Die Anzahl kann man einigermaßen schätzen, indem man alle auf die Außenwelt reagierenden Körperzellen und Sinnesorgane "hochrechnet". Hinzu kommen noch Informationen und Signale, die in unserem Innern entstehen, wie z.B. Gedanken und Gedächtnis.

Um mit diesen Informationen überhaupt irgendwie sinnvoll umgehen zu können, gibt es eine ganz wichtige Funktion, die unser Unterbewusstsein (UB) hat: es filtert nämlich das aus, was es in jedem einzelnen Moment unseres Lebens entweder für unwichtig hält oder von dem es trotz Wichtigkeit meint, dass es einfach besser sei, bestimmtes nicht wahrzunehmen/zu realisieren (eigentlich: bewusst werden zu lassen).

Von dieser Filterungsmöglichkeit ist KEIN Bereich unseres Lebens ausgenommen. So wirst du bis zu diesem Satz hier vermutlich gerade "dissoziiert sein" von

- dem Gefühl der Kleidung auf deiner Haut,
- den Umgebungsgeräuschen,
- dem Gefühl der Lufttemperatur,
- dem Wissen um deinen Namen, Alter und Beruf,
- der Erinnerung an den Tag deiner Einschulung,
- usw.

Wenn du deine Aufmerksamkeit auf einzelne Dinge lenkst, werden sie auch wieder präsent sein, aber der Normalzustand ist, dass wir ständig von 99,99999999999999999999999999% unserer Wahrnehmung und Gedächtnisinhalte und von unserem Körper usw. "dissoziiert" sind. Ein Merkmal einer Trance ist nun, dass diese Dissoziation sich vorübergehend verändert, d.h., sich auf andere Bereiche erstreckt oder etwas mehr wird, als gewöhnlich usw.

Nun gibt es auch Menschen mit "dissoziativen" Störungen, was meist in dem Zusammenhang so bezeichnet wird, wenn etwas mehr als normal dissoziiert wird. Wenn ich etwa einen spannenden Film gucke, ist es normal, dass ich in dem Moment nicht an die Personen um mich herum denke. Nach Ende des Films wird sich das dann aber wieder ändern. Ein Autist wird sich hingegen vielleicht auch nach Ende eines Films nicht für die Leute um ihn herum interessieren, bei dem ist der "Dissoziationsregler" etwas zu weit aufgedreht.

Und es geht auch andersrum: wenn der Dissoziationsregler zu wenig aufgedreht ist, leidet man vielleicht an ADS und ist ein "Zappelphilipp". Diese Menschen dissoziieren zu wenig, es strömen ständig zu viele Informationen auf sie ein, die vom UB für "wichtig" gehalten und eben nicht dissoziiert werden.

Also: Dissoziation ist ein ganz normales Phänomen und eine lebensnotwendige Fähigkeit. Trance und Wachheit unterscheiden sich u.a. nur durch den Grad und die inhaltliche Ausprägung der Dissoziation.  :)

Zitat
Ich vermute nur, dass ich mit absichtlicher SH Probleme hätte, weil ich total ungeduldig und unsicher wäre, was ich dann damit anfangen soll, weil ich nicht weiß, was gut für mich ist, und was nicht, was ich an meinem Leben verändern könnte

Wie - du "weißt nicht"? Du weißt nicht, wieviel Insulin du gerade jetzt produzieren musst, um eine optimale Verdauung zu gewährleisten? Du weißt nicht, welche aktuelle Zusammensetzung deines Blutes die richtige ist? Du weißt nicht, warum du dich gerade genau so hingesetzt hast, wie du es getan hast? Nun sach bloß, du weißt auch nicht, dass du beim Lesen dieses Absatzes bis hierhin etwa 5 oder 6 mal geatmet hast???  :)

Natürlich weißt du nicht. Warum sollte es dir da auch anders gehen als allen anderen Menschen? Deshalb haben wir ja diesen guten Kumpel in uns - das UB. Das weiß nämlich. Und natürlich weiß das auch, warum es dafür sorgt, dass es dir so geht, wie es dir geht. Das UB weiß alles. Und deswegen kann es eine gute Idee sein, sich mit ihm an einen Tisch zu setzen und mal saudoof nachzufragen. Z.B. in Trance.  ;D

Möchtest du einen Beweis dafür haben, dass das auch bei dir so funktioniert? Gerne:

Hättest du Appetit auf Telljonka? Wie? Nein? Du weißt nicht, was das ist? Kein Wunder - wenn man nicht weiß, was etwas ist, kann man darauf auch keinen Appetit haben. Andererseits schreibst du:

Zitat
"ich wäre so gerne eine gute Mutter" - wobei ich nicht weiß, was das ist

Wenn du *wirklich* nicht wüsstest, was das ist, hättest du auf "gute Mutter" genau so wenig Appetit wie auf Telljonka. Du HAST aber besagten Wunsch, also wird ein ganz bestimmter Kumpel in dir auch wissen, was das ist... wer mag das wohl sein?  :)
Ach ja - Telljonka gibt's übrigens gar nicht.

Aber Selbsthypnose ist natürlich keine Pflicht und vielen ist sowas suspekt und zu abgehoben. Nur - wenn du dich mal selbst in Trance bringen würdest, kämen dir da vielleicht ein paar neue Ideen und Anregungen, weil dein UB in Trance mit dir an einem Tisch sitzt...

Zitat
Kann ich mit SH nicht auch Schaden anrichten?? Oder passt das UB da auf?

Das passt aber sowas von auf!  ;D

Zitat
Bitte schreib doch noch etwas über die Momente, wie es sich anfühlt, wenn man in Hypnose geht...

Das ist schwer zu beschreiben, da müssen wir mal einen anderen Weg finden... aber vielleicht helfen dir da ja auch andere mit ihren persönlichen Beschreibungen weiter...

Lieben Gruß
Lutz

Offline Aristocats

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #5 am: 28. Apr 2006, 11:48 Uhr »
Hallo Lutz,

also erstmal vielen Dank für diese sehr ausführliche und sehr gut verständliche Antwort! Auch wenn sie sehr lang sind - was ja unumgänglich ist - verführen sie geradzu zum Lesen. Danke noch mal!

Wenn ich das richtig verstanden habe, würde eine plötzliche Unterbrechung oder Abbruch einer Hypnose eine sogenannte "Pseudodemenz" hervor - oder?!?! Ich habe ja schon irgendwo geschrieben - glaube ich, dass es mir in der Therapie oftmals so geht, dass ich so eine Art Trancezustand erlebe (jetzt finde ich das auch gut), aber dann war es immer wieder so, dass ich nix verstanden habe und mein Dok (der verzweifelt versucht mir verständlich zu machen, dass ich doch klug bin - was ich ihm dann noch weniger glauben kann) viele Dinge erzählte, ich aber davon nix verstanden habe, oder sogar nicht hörte.... könnte dann ja sowas bedeuten.
Aber ich komme nicht so mit dem Unterschied klar - Dissoziation - Trance - ist irgendwie nicht ganz klar!!! Aber dafür bedarf es vermutlich einer praktischen Erfahrung!! Wann wärst Du denn mal in Rheine  ;D

Ich denke, bevor ich das alles nachvollziehen und realisieren und vor allem akzeptieren kann, komme ich nicht drumrum, mich da einfach mal in fremde Hände zu geben.
Mit der SH das fand ich schon total lustig - auch hinterher! Wie lange dauert das denn, bis ich z.B. drin habe, dass ich nicht so viel fressen muss?!?! Oder oder oder??? Und wie lerne ich mein UB mal kennen? Ich habe immer das Gefühl, irgendwas hindert mich an dem Gespräch... ist immer so ein Gefühl, dass ich das nicht wirklich möchte, nicht alles in mir! Vielleicht möchte mein UB mit mir ja auch nix zu tun haben... :>doof<:

Vielleicht sollte mal ein Treffen stattfinden, so mit allen interessierten Forumskandidaten - ich fänd das super spannend und jeder dürfte mal Hypnose an mir vorführen - fänd ich super spannend. Wenn mein UB aufpasst, kann ja nix passieren. Obwohl, wenn das UB so gut aufpasst, warum geht es mir dann so scheiße?!?! Höre ich vielleicht nicht zu, wenn es mal auf den Tisch haut? Oder wat is da los? :>-<:

Fragen über Fragen - ich hoffe, Ihr seid geduldig!!

Lieben Gruß
Anja

Offline Lutz

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #6 am: 28. Apr 2006, 14:21 Uhr »
Hallo Anja,

Zitat
Wenn ich das richtig verstanden habe, würde eine plötzliche Unterbrechung oder Abbruch einer Hypnose eine sogenannte "Pseudodemenz" hervor - oder?!?!

Na, soo weitreichend sind die Folgen nun auch nicht, die sich dabei einstellen können:)
Betroffen sein können hier mehr einzelne isolierte Phänomene, die meist aber nach ein paar Sekunden oder Minuten dann auch wieder vorbei sind.

Zitat
Aber ich komme nicht so mit dem Unterschied klar - Dissoziation - Trance - ist irgendwie nicht ganz klar!!! Aber dafür bedarf es vermutlich einer praktischen Erfahrung!! 

Ich glaube auch, dass hier eine simple praktische Erfahrung Vieles deutlicher werden ließe.  :)

Zitat
Mit der SH das fand ich schon total lustig - auch hinterher! Wie lange dauert das denn, bis ich z.B. drin habe, dass ich nicht so viel fressen muss?!?! Oder oder oder???

Meine Anregung: bevor du gleich an Wirksuggestionen denkst, gehe doch erstmal den Schritt, "nur" eine Entspannungstrance zu versuchen. Dagegen wird dein UB auch nichts haben.

Zitat
Und wie lerne ich mein UB mal kennen?

Hast du jemals (nachts) irgendwas geträumt?  ;D

Hast du eigentlich einen PC mit der Möglichkeit, einen Kopfhörer anzuschließen?

Lieben Gruß
Lutz

Offline Aristocats

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #7 am: 28. Apr 2006, 14:29 Uhr »
Hallo Lutz,

nein, leider habe ich keinen PC. Nur in der Firma! Da ich aber direkt eine Straße weiter wohne, kann ich sooft schreiben. (Wenigstens bis Ende Mai, dann bin ich arbeitslos!) Aber auch da kann ich keinen Kopfhörer anschließen...

Wenn mein UB nix gegen Entspannung haben sollte, stellt sich bei mir die Frage ein, wogegen es denn etwas haben, vielleicht sogar unternehmen könnte?!?!?

Ich träume immer sehr intensiv und viel!! Ich habe mir auch schon immer sehr viele Träume "gemacht", um der grausamen Realität zu entfliehen! Warum fragst Du?!?!

Ich finde es ganz toll, wie das hier läuft. Und das Forum gefällt mir sehr gut! Nur das mit dem Zitat hab ich noch nicht kapiert, wenn es nur ein Stück sein soll!!! Könnte aber auch an meiner verborgenen Intelligenz liegen!!  :0p

Bis bald
Anja

Offline Lutz

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #8 am: 28. Apr 2006, 21:25 Uhr »
Hallo Anja,

Zitat
Wenn mein UB nix gegen Entspannung haben sollte, stellt sich bei mir die Frage ein, wogegen es denn etwas haben, vielleicht sogar unternehmen könnte?!?!?

Falls du für dich selbst mit einer Trance eine bestimmte Veränderung erreichen möchtest, kann es sein, dass dein UB sich "erstmal" sperrt, weil es aktuell "so einfach" keine Änderdung möchte. Dann würde sich vielleicht eine Trance nicht recht einstellen wollen, darüber hinaus brauchst du aber nichts befürchten.  :)

Zitat
Ich träume immer sehr intensiv und viel!! ... Warum fragst Du?!?!

Weil deine Träume direktemang aus deinem UB kommen.  :)

Zitat
Nur das mit dem Zitat hab ich noch nicht kapiert,

Ist ganz einfach - zwei Möglichkeiten:

A
1. Das, was du zitieren möchtest, mit der Maus markieren (wird dann blau unterlegt);
2. STRG+C drücken, dann wird der Text in die Windows-Zwischenablage kopiert;
3. Cursor an die Stelle deines Beitrags bringen, wo das Zitat eingefügt werden soll;
4. In der Symbolleiste über deinem Antworten-Fenster das vorletzte Symbol anklicken (angezeigter Hilfe-Text, wenn der Cursor über dem Symbol ist: Zitat einfügen);
5. STRG+V drücken, dann wird der zu zitierende Text dort eingefügt und als Zitat kenntlich gemacht.

B
Wenn du einen Beitrag mit Zitat schreiben möchtest, drückst du nicht auf "Antworten" sondern in dem Beitrag, aus dem zitiert werden soll, über dem Beitrag auf "Zitieren". Dann öffnet sich das Antworten-Fenster, in dem bereits der gesamte Beitrag als Zitat drin ist. Da brauchst du dann nur Überflüssiges rauslöschen und lässt das drin, was zitiert werden soll.

Wenn du aber aus mehreren Beiträgen zitieren willst, musst du beim 2. Zitat wieder auf Variante A zurückgreifen.

Lieben Gruß
Lutz

Offline Aristocats

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #9 am: 28. Apr 2006, 21:33 Uhr »
Hallo Lutz,

Zitat
Weil deine Träume direktemang aus deinem UB kommen.

Das finde ich dann sehr schwierig zu erklären! Wenn ich nun einen total irrealen Traum habe, die ich ebenso beängstigend finde, wie die, bei denen man nicht weiß, ob sie wirlich Traum sind, wie kann ich das mit mir und meinem UB in Kontakt bringen?

Vorgestern z. B. habe ich von Schiffen geträumt (bin ein Schifferkind - träume oft von Schiffen, die brennen oder absaufen), die nicht mehr festgemacht waren, außer an einem mickrigen Tau. Sie trieben immer weiter weg  und ich habe versucht sie einzufangen (eigentlich immer ein bestimmtes), aber immer wenn ich es hatte, fuhr ein neues Schiff da durch, oder an Land hinderte mich jemand daran, an dieses Schiff heran zu kommen. Aber ich wollte immer Schlimmes verhindern, damit kein Unglück passiert. Und mittendrin meine Kollegin, die bald im Kanal abgesoffen wäre, weil sie reingeplumst ist...

Und das war noch recht real. Ich kann mich an zig Träuem erinnern. Hab sie als junges Mädchen immer aufgeschrieben, weil ich schon immer Angst davor hatte...

Mir wurde mal gesagt, wenn man richtig Traumanalyse betreiben möchte, muss man die Dinge ansehen, die am gleichen Tag zuvor oder max. noch einen vorher erlebt wurden! Würdest Du (Ihr) dem beipflichten???

Zitat
Falls du für dich selbst mit einer Trance eine bestimmte Veränderung erreichen möchtest, kann es sein, dass dein UB sich "erstmal" sperrt, weil es aktuell "so einfach" keine Änderdung möchte. Dann würde sich vielleicht eine Trance nicht recht einstellen wollen
... wie kann man das UB überzeugen, also entsperren?

LG Anja

Offline Lutz

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #10 am: 29. Apr 2006, 14:46 Uhr »
Hallo Anja,

ich bin kein "Traumdeutungsfachmann" und kenne daher auch die Prinzipien eines solchen Vorgehens nicht. Das Beispiel "Träume" führte ich an, weil du ja in Frage gestellt hattest, ob dein UB überhaupt mit dir kommunizieren möchte. Träume sind Kommunikation mit dem UB, was nun aber nicht heißen muss, dass nun jeder Traum eine besondere Bedeutung hätte. Mitunter werden auch nur Tageserlebnisse verarbeitet und zusammenhanglos wiedergegeben.

Ich hab heut Nacht z.B. geträumt, ein junger Mann(!) hätte sich in mich verliebt, was mir gar nicht so recht war. "Zuviel" wurde es mir dann aber, als er noch mit mir ein Kind adoptieren wollte!  :o
Tiefenpsychologische Interpretation: ich bin eigentlich homosexuell und noch zu feige, mich der Realität zu stellen. ODER ich erinnere mich daran, dass ich gestern kurz in einer Fernsehkomödie genau das bei zwei Schwulen gesehen hatte.  ;D

Zu deinem Traum: hast du eigentlich noch Geschwister?

Und was ein UB "geneigt" für eine Mitarbeit machen könnte: sich die Ziele, die man verfolgt, genau vorstellen und sich in allen Einzelheiten ausmalen, was man tun/wie man leben würde, wenn ein bestimmtes Ziel erreicht wäre. Klappt das? Oder hat man dabei Schwierigkeiten?

Lieben Gruß
Lutz

Offline Aristocats

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #11 am: 29. Apr 2006, 14:54 Uhr »
Hallo Lutz,

ja, ich habe eine jüngere Schwester. Aber unsere "Familie" ist komplett auseinander gebrochen - fast null Kontakt! Wieso?

Zum Thema Vorstellungen, wenn ich ein Ziel erreicht hätt...neeee, das hab ich nicht drauf. Aber ich weiß auch nicht, was ich erreichen möchte, weil ich eingentlich komplett von Sehnsüchten, Wünschen und Bedürfnissen eines Kindes geführt werde!!
Hab ich jetzt verloren?

Gruß Anja

Offline Lutz

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #12 am: 29. Apr 2006, 20:02 Uhr »
Hallo Anja,

Zitat
Hab ich jetzt verloren?

Nö. Ich hab eher den Eindruck, dass du dabei bist, etwas zu gewinnen.

Du sprichst in deiner Traumschilderung von Schiffen. Und erzählst, du bist ein Schifferkind. Da lag für mich der Gedanke nahe, dass die Schiffe symbolisch für Menschen stehen, vielleicht für Personen deiner Familie...

Und wenn ich noch zwei weitere Aussagen von dir dazunehme:

Zitat
Mein zweiter Name (Sorgenkind) war wohl schon immer vorprogrammiert, denn eigentlich sollte ich ein Junge werden - habe also schon immer alles verkehrt gemacht.

und

Zitat
Aber ich weiß auch nicht, was ich erreichen möchte, weil ich eingentlich komplett von Sehnsüchten, Wünschen und Bedürfnissen eines Kindes geführt werde!!

dann zwängt sich mir da schon ein gewisser erklärender Zusammenhang auf...   ;)
Ob da aber wirklich was dran ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Lieben Gruß
Lutz

Offline Aristocats

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #13 am: 30. Apr 2006, 08:48 Uhr »
Guten Morgen Lutz,

Zitat
dann zwängt sich mir da schon ein gewisser erklärender Zusammenhang auf...

Welcher?

Ich bin am Rotieren? Weißt Du eigentlich, wie schlimm das ist, wenn Du genau weißt, alles in Deinem Leben stimmt nicht, Du hast nicht wirklich Ahnung, ob und wenn ja, was Du verändern kannst oder möchtest? Hast keine Ahnung, wie das überhaupt weitergehen soll? Und Du musst irgendwie an Geld kommen, um Dir Deine Gesundheit zu verdienen???? Du fühlst Dich total fehl am Platz, was immer Du machst?......

Ich weiß nicht mal, was ich mit meinen freien Tagen anfangen soll, aus Angst, mich überrennen meine Ängste und Sorgen - dann betäube ich das lieber mit Alkohol, lauter Musik, Internet, TV,  was weiß ich! Ich bin ständig auf der Flucht!!

Gruß Anja

Offline Liliya

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Re: Selbsthypnose für Anfänger
« Antwort #14 am: 10. Aug 2008, 17:17 Uhr »
Hallo!

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich an diesen, etwas älteren, Beitrag gekommen bin, aber dazu hat sich mir eine Frage aufgedrängt.

Ist es möglich, sich in Trance zu versetzen und dann - beispielsweise - Pinsel und Farben bereit zu legen und dem UB zu sagen: Mach mal!
Oder mehr noch: Zeig mal, was dich bedrückt (oder ähnliche Fragestellungen)
Oder: Wie siehst du mich?
Und solcherlei Dinge mehr?

Ach, da fällt mir nochwas ein.
Ich spiele ja Gitarre und wenn ich eine ganze Weile dabei bin, dann merke ich wie mein Kopf ganz leer wird (aber leider immer nur kurz, weil ich dann denke: Hey, das fühlt sich toll an! Und sobald ich sowas denke verspiele ich mich  ;) ). Ist das auch so eine Art Trance?
Es heißt ja, dass Künstler häufig in eine "kreative Trance" verfallen und nachher das vollständige Werk erst bewusst wahrhnehmen.
Ist da was dran? Und dann man sowas auch künstlich hervorrufen?

Liebe Grüße,
Liliya

 

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